Neujahrsvorsätze 2017: Vier Dinge, die mir am Herzen liegen

Während sich viele Menschen zum Jahreswechsel endlich „mehr“ (Sport, Lesen, Zeit für die Familie, etc.) oder „weniger“ (Gewicht, Alkohol, Zucker, Autofahren, etc.) vornehmen, habe ich mir vorgenommen, in diesem für Deutschland, Europa und die Welt so wichtigen Jahr, meinen kleinen Beitrag für das große Ganze zu leisten.

Einiges davon ist längst überfällig, aber manchmal braucht’s ja einen Impuls. Aber was soll’s. Das hier sind meine Neujahrsvorsätze. Teils lassen sie sich sogar sofort umsetzen.

Unabhängigen, professionellen Journalismus unterstützen

Denn unser Land braucht in diesen politisch unruhigen und ruppigen Zeiten eine freie, kritische Presse so dringend wie selten seit der Wiedervereinigung. Ich unterstütze deshalb (außerhalb von diversen Abonnements) zwei journalistische Organisationen mit regelmäßigen Beiträgen.

  1. Netzpolitik.org, weil im „Neuland“ Deutschland eine unabhängige Stimme zu netzpolitischen Themen unerhört wichtig ist. Allein die ausdauernde Berichterstattung zum NSA-Untersuchungsausschuss ist den Beitrag wert.
  2. Correctiv.org, weil es Journalisten braucht, die sich Zeit nehmen können für tiefe Recherche und Analyse und die unabhängig von Anzeigenkunden, Lobbyisten und Parteien arbeiten können. In einer Zeit, in der selbsternannte „Liberale“ (die nichts anderes sind als rechte Salonpopulisten) eine angebliche Einschränkung der grundgesetzlich verankerten Meinungsfreiheit beklagen, muss es wirklich unabhängige Journalisten geben, welche die Rhetorik dieser Freiheitsfeinde entschlüsseln und ihre Widersprüche offenlegen.
  3. Schmalbart.de, das noch im Werden befindliche Projekt, das rechtspopulistischen Blogs und Postillen wie Breitbart, ein Korrektiv entgegenstellen will, bekommt von mir auch etwas Geld für den Start.

Digitale Bildung fördern

Unsere Kinder sind noch klein, aber die „Große“ kommt schon bald in die Schule. Angesichts des rasanten Wandels der Wirtschaft im Zeichen der Digitalisierung (ja, ich kann das Wort auch nicht mehr hören, aber es stimmt trotzdem) werden von künftigen Generationen andere, oft komplexere Kompetenzen gefragt sein, als von uns, der Elterngeneration. Deshalb finde ich Initiativen wie Calliope enorm wichtig, die nach Wegen suchen, digitale Kompetenz so früh wie möglich und pädagogisch sinnvoll als festen Teil des Lehrplans zu verankern. Digitale Bildung wird neben der Digitalen Infrastruktur DAS Zukunftsthema für Deutschland. Ohne Mut zu Experimenten und Entdeckungen wird es nicht gehen.

Calliope miniDeshalb haben wir mit Oseon das Crowdfunding für Calliope unterstützt und sind jetzt gespannt, wann wir selbst mal damit spielen dürfen… 🙂

Das wohl bekannteste Projekt für digitale Bildung ist die Wikipedia. Ich gestehe, ich habe sie jahrelang genutzt und das alljährliche Spendenbanner weggeklickt. Aber Schluss damit! Wikipedia bekommt von mir auch einen Jahresbeitrag. Gerade angesichts der Bestrebungen von Rechten, die Wikipedia-Organisation zu unterwandern und Einfluss auf die Inhalte zu nehmen, ist es umso nötiger.

Liberale Positionen aktiv vertreten

Wer mich kennt oder mir eine Weile folgt, weiß, dass ich seit September 2013 FDP-Mitglied bin. Dieses Jahr ist ohne Zweifel ein Schicksalsjahr für die einzige liberale Partei in Deutschland. Im September wollen wir wieder in den Bundestag einziehen und auch auf Bundesebene wieder Politik gestalten – wenn nötig, auch als dringend gebrauchte Opposition. Themen gibt es für Liberale reichlich.

Damit es so kommt, muss die Partei über ihren eloquenten Vorsitzenden Christian Lindner hinaus sichtbar werden. Auch im Kleinen, Lokalen und Privaten. Dazu will ich dieses Jahr einen Beitrag leisten. Dieses Blog wird dazu die publizistische Plattform.

Der Hysterie entgehen

Vernünftige, liberale Politik ist so ziemlich das Gegenteil von Hysterie und schnellen Rezepten. Ich gebe zu, die seit einiger Zeit um sich greifende Unart, jedes kontroverse Thema gleich online kommentieren zu wollen (und womöglich gleich Lösungen parat zu haben, ohne die ganze Lage zu kennen), geht mir schon am dritten Tag des Jahres wieder auf den Senkel. Deshalb finde ich diese sieben Ratschläge/Vorsätze „Gegen die Panik“ sehr gelungen und werde mich bemühen, sie zu beherzigen.

So, und jetzt seid ihr dran!

(Bild: von Ian Schneider bei unsplash)

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